Stellungnahme der FDP-Fraktion zum Haushalt 2020

Stellungnahme der FDP-Fraktion zum Haushalt 2020, vorgetragen im Gemeinderat der Stadt Winnenden am 17. Dezember 2019 von Nicole Kim Steiger

(es gilt das gesprochene Wort)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Holzwarth,

sehr geehrter Herr Bürgermeister Sailer,

sehr geehrter Herr Haas,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

was war das für ein Feierjahr 2019: Konzerttage, Heimattage, verschiedene Feiern und Jubiläen. Das lässt sich alles nur bewältigen mit einer engagierten Bürgerschaft, mitwirkenden Vereinen und Kirchen, aktiven Schulen und Kindergärten sowie spendenfreudigen Unternehmen, tatkräftigen Feuerwehrleuten und andere Organisationen, die, wenn es darauf ankommt, Zusammenhalten und Großartiges gemeinsam leisten. Darauf kann eine Stadt sehr stolz sein. Und wir schätzen diese Lebendigkeit in Winnenden sehr. Ganz herzlichen Dank an alle Beteiligten, für das herausragende Engagement in 2019!

Die letzte Dekade an sich ist ein Grund sehr dankbar zu sein. Denn die gute wirtschaftliche Entwicklung der 10er Jahre dieses Jahrtausends brachte Rekordsteuereinnahmen auch in die Winnender Haushaltskasse. Vieles war möglich: Neubau der Alfred-Kärcher-Sporthalle, diverse Schulsanierungen, Ausbau der Kleinkindbetreuung (U3), Neubau von weiteren Kindertagesstätten, Neubau des Feuerwehrgerätehauses Zipfelbach (Am Krankenhaus), Unterbringung und Integration von Flüchtlingen, Attraktivierung der Marktstraße durch einen gehfreundlichen und behindertengerechten Belag, Schaffung neuer Wohnbau- und Gewerbegebiete usw… – um nur einige Meilensteine zu nennen. Mehr kann man natürlich immer fordern, jedoch muss auch das entsprechende Geld dafür da sein!

Winnenden ist gut aufgestellt! Das mag mit ein Grund sein, warum bei der letzten Kommunalwahl weder rechte noch linke Extremparteien in den Gemeinderat gewählt wurden. Eine starke Präferenz der Wähler lag bei den bürgerlichen Parteien. Auch die FDP erreichte in Winnenden gute 14% und konnte einen weiteren vierten Sitz, sowie ein Mandat für den Kreistag dazu gewinnen. Wir danken unseren Wählerinnen und Wählern für dieses Vertrauen und wir sehen es als unseren Auftrag, auch künftig Winnenden im Sinne von liberaler Politik zu gestalten.

Leider sind die Prognosen für die kommende Dekade nicht mehr so rosig, wie in der Vergangenheit. Das Wirtschaftswachstum schwächelt, in Baden-Württemberg sogar mehr als im Rest der Republik. Die Automobilindustrie und ihre Zulieferer stehen durch die Mobilitätswende vor einer Jahrhundertaufgabe. Das Schlechtreden des Verbrennungsmotors führt gerade hier im Ländle zu Mitarbeiterentlassungen. Die einseitige Förderung von Elektromobilität, die genau betrachtet alles andere als umweltfreundliche ist, verhindert die Weiterentwicklung von anderen emissionsfreien Kraftstoffen.

In einer globalisierten Welt – in Zeiten von Digitalisierung – hängt alles voneinander ab. Die sich weltweit eintrübende Konjunktur schwächt nicht nur die deutsche Automobilbranche, auch andere Branchen erwarten schlechtere Aussichten als die Jahre davor. Handelskonflikte und der Ausstieg Großbritanniens aus der EU treffen die exportorientierte deutsche Wirtschaft empfindlich.

Für Winnenden bedeutet dies, dass wahrscheinlich die Gewerbesteuereinnahmen in den nächsten Jahren nicht mehr so stark steigen werden. Vermutlich werden sie  stagnieren bzw. sogar rückläufig sein. Da der städtische Haushalt zu einem großen Teil von den Gewerbesteuereinnahmen abhängt, bedeutet das für die Zukunft weniger Spielräume und Möglichkeiten für die Aufgaben der Kommune.

Um für diese Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein, empfiehlt der Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen in seinem Jahresgutachten:

1. Steuersenkungen für Arbeitnehmer und Unternehmen, 2. mehr staatliche Investitionen in Bildung und Forschung und 3. schnellerer Ausbau der digitalen Infrastruktur, denn Deutschland hinkt in diesen Bereichen vielen Ländern hinter her.

Darüberhinaus warnt der Expertenrat, dass der Immobiliensektor derzeit deutlich höhere Risiken aufweist und abrupte Preiskorrekturen in einem überhitzten Markt (vor allem in unserer Region) jederzeit möglich sind.

Auch in Winnenden tun wir gut daran, wenn wir uns an diesen Leitlinien der Experten orientieren. Daher ist es uns unverständlich, dass ab dem Jahr 2022 die Erhöhung der Grundsteuer (B), sowie eine Gewerbesteuererhöhung im Winnender Haushalt eingeplant ist. Auch wenn es sich hierbei nur um eine rechnerische Erhöhung handelt, um einen genehmigungsfähigen Haushalt zu bekommen, setzt der bloße Gedanke an Steuererhöhungen unseres Erachtens ein falsches Signal. Vermieter geben eine Grundsteuererhöhung für gewöhnlich an ihre Mieter weiter. Dies hat höhere Mieten zur Folge. Die Region Stuttgart ist bereits die teuerste Gegend in ganz Deutschland und hat mittlerweile München abgelöst. Ein besorgniserregender Rekord!

Doch wollen wir an die Vermieter in Winnenden wirklich das Signal geben, „vielleicht erhöhen wir die Steuer, also erhöhe Du schon mal die Mieten, damit sich’s wieder rechnet?“ Wollen wir in konjunkturell unsicheren Zeiten Unternehmen signalisieren: „Mag sein, dass es Dir gerade schlechter geht, Du vielleicht Leute entlassen musst und finanzielle Sorgen bekommst, aber wir denken schon mal an höhere Gewerbesteuern für Dich!“

Die FDP-Fraktion sagt ganz klar: „Nein, nicht mit uns!“

Genau das Gegenteil muss doch passieren. Die Bürger brauchen die Sicherheit, dass die Steuern und Mieten nicht weiter steigen, damit sie ihr Leben vernünftig planen können. Und die Unternehmen brauchen die Sicherheit, dass wenn es ihnen schlechter geht, die Politik sie nicht mit noch höheren Steuern bestraft. Im Gegenteil! Nur der Abbau von bürokratischen Hürden und ein investitionsfreundliches Klima helfen, Arbeitsplätze zu erhalten bzw. neue zu schaffen.

Eine kleine Steuersenkung wäre ein durchaus klügerer Schachzug, um Winnenden einen Standortvorteil zu gewähren. Damit würde man Selbstständige und Familienbetriebe entlasten, sowie die Mieten stabil halten.

Aus diesen Gründen hätten wir uns eine andere Darstellung der mittelfristigen Finanzplanung ohne Steuererhöhungen gewünscht. Uns ist klar, dass das bedeutet hätte, dass Ausgaben auf den Prüfstand gekommen wären.

Meine Damen und Herren,

durch die Fridays for Future – Bewegung richtet sich der gesellschaftliche Blick stark auf ökologische Fragen (Stichwort Klimawandel). Diese Fokussierung ist selbstverständlich sehr wichtig, um die Klimaziele zu erreichen. Aber wir dürfen gleichzeitig nicht ökonomische und soziale Fragen vernachlässigen, oder gar gegeneinander ausspielen. Auch Winnenden hat für kommende städtische Bauvorhaben sich das Ziel gesetzt, möglichst CO2 neutral zu bauen und alle Objekte unter dem Blickwinkel von Nachhaltigkeit und Klimawandel zu begutachten. Doch das hat auch seinen Preis. Künftig werden dadurch Bauvorhaben (noch) teurer werden.

Gleichzeitig finden Menschen keine bezahlbaren Wohnungen mehr, da Baugrund und Herstellungskosten in den letzten Jahren exorbitant gestiegen sind und das eins zu eins auf die Mieter umgelegt wird.

Besonders hart trifft diese Entwicklung Menschen, mit geringen oder mittleren Einkommen, bzw. Bezieher von staatlicher Unterstützung. Die Wohnungskrise ist dabei hausgemacht. Über Jahre hinweg wurden städtische Wohnungen verkauft, um bundesweit die Haushalte zu sanieren. Die jahrelange Niedrigzins-, gar Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) führt dazu, dass Vermögen in Beton angelegt werden. Dies treibt die Preise zusätzlich. Der Zuzug von geflüchteten Menschen wirkt wie ein Katalysator und offenbart, wo die Probleme unserer Gesellschaft liegen.

Daher haben wir in den Haushaltsplanberatungen eine Agenda „Sozialer Wohnraum“ gefordert, die ca. 300 sozial geförderte Wohnungen schaffen soll. Es gibt jedoch unterschiedliche Wege, wie das erreicht werden kann:

Die Stadt Winnenden und die Mehrheit des Gemeinderates hat sich entschieden, dafür ein eigenes städtisches Unternehmen zu gründen, – die Stadtbau Winnenden -, die für diesen Wohnraum sorgen soll. Soweit hört sich das ganz gut an. Aber „die Stadtbau“ wird von städtischen Mitarbeitern geleitet, die dies neben ihrem Tagesgeschäft erledigen müssen. Um die Bauten der Stadtbau zu finanzieren, werden Steuermittel eingesetzt, und zusätzlich müssen Bürger und Wohnungsbauunternehmen oder -genossenschaften, die neu Bauen einen Beitrag nach diversen Kriterien an die Stadtbau leisten durch das sogenannte Handlungskonzept soziales Wohnen (HasoWo). Wie der Name schon sagt, eine komplizierte bürokratische Angelegenheit, die juristisch auch noch nicht ganz ausgegoren ist.

In der Praxis sieht es leider so aus, dass Bauträger die HasoWo-Kosten auf ihre Käufer von Wohnungen und Häuser umlegen und dadurch die Kaufpreise noch mehr steigen. Auch bekommt „Die Stadtbau“ in ihrer jetzigen Rechtsform keine günstigen Baukonditionen und muss sehr teuer bauen. Dies wiederum bezahlt natürlich der Steuerzahler. Für uns ist das ein Fall von Steuerverschwendung! Die städtischen Mitarbeiter sind mit ihrem Tagesgeschäft schon ausgelastet und haben eigentlich keine Kapazitäten mehr noch nebenher Bauunternehmer zu spielen. So langsam scheint das auch der Stadtverwaltung zu dämmern, dass „die Stadtbau“ kein Erfolgsmodell ist. Daher möchte sie „die Organisationsform des Eigenbetriebs Stadtbau weiterentwickeln mit Organisationsformen des Privatrechts“. Mit anderen Worten: „die Stadtbau“ soll Personalaufstocken, mit Fachkräften, die Wohnungswirtschaft können (die es aber gerade am Markt nicht gibt bzw. die lieber bei besseren Konditionen in der Privatwirtschaft arbeiten). Und „die Stadtbau“ tritt damit in Konkurrenz zu den Firmen vor Ort auf, auf dessen Steuern sie eigentlich angewiesen ist, um das Ganze zu finanzieren. Grotesk! Da können wir nicht mit!

Deshalb mahnt die FDP-Fraktion: „Die Stadtverwaltung ist nicht der bessere Bauherr!“ Es gibt deutlich sinnvollere Lösungen, um an sozialen Wohnraum zu kommen. Schnell und kostengünstig. Wie? Ganz einfach, indem man die beauftragt, die als Kernkompetenz den Bau von sozialem Wohnraum haben. In unserer Region gibt es zum Beispiel die Kreisbau oder die Baugenossenschaft Winnenden, die das können. Oder auch kirchliche Träger wie das Siedlungswerk! Durch die Vergabe von preisreduzierten Grundstücken und Möglichkeiten wie Erbbaurecht könnte kostengünstig gebaut werden. Die Stadt könnte sich Belegungsrechte sichern und Mieten müssten um ca. 1/3 günstiger angeboten werden als der Mietspiegel vorschreibt. In der Ortsmitte Höfen wird das gerade getestet.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass die Stadt bereits errichtete Mehrfamilienhäuser kauft und die Wohnungen an bedürftige Menschen entsprechend günstiger vermietet. Dies hätte den Vorteil, dass die Kosten besser kalkuliert werden könnten und die Wohnungen sofort zur Verfügung stünden. 

Es hilft nicht gerade dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn für geflüchtete und sozial bedürftige Menschen derzeit durch „die Stadtbau“ überteuerte Sozialbauten mit Tiefgaragen neu erstellt werden und Menschen, die jeden Tag arbeiten gehen und das durch ihre Steuern finanzieren, keine bezahlbare Wohnung finden.

Zur Zeit hilft jede neugebaute Wohnung den Druck aus dem Markt zu nehmen.  Daher sind schnelle Baugenehmigungen unerlässlich und eine enge positiv begleitende Zusammenarbeit der einzelnen Akteure zwingend notwendig. Als Stadträte hören wir jedoch ständig Klagen, dass wegen Kleinigkeiten Genehmigungen nicht erteilt oder verzögert erteilt werden. Das kann man sich in der aktuellen Situation einfach nicht leisten. Hier muss mehr Transparenz und eine bessere Kommunikation erfolgen.

Die Frage nach Wohnraum ist aber auch eng mit dem Begriff „Entwicklung von Baugebieten“ gekoppelt. Ja, hier wurde in der Vergangenheit zu wenig getan. Jetzt hat man jedoch den Eindruck, dass nur noch neue Baugebiete entstehen sollen und Winnenden bald „zugebaut“ ist. Hier sollte die Stadtverwaltung vorsichtig agieren und ausgewogen handeln. Auch kleinere Teilorte brauchen hin und wieder die Möglichkeit für ihre Einwohner Erweiterungsmöglichkeiten zu schaffen, um die Infrastruktur (beispielsweise Schulen und Kindergärten) am Laufen zu halten.

Wenn wir nicht im großen Stil Flächen versiegeln wollen, dann gibt es nur die Möglichkeit höher zu bauen (wenn man nicht in die Breite kann). Deshalb sind für uns vereinzelt auch etwas höhere Punkthäuser an ausgewählten Stellen denkbar. Auch Dachausbauten helfen Ressourcen zu schonen.

Gerade wird über eine Erweiterung von Adelsbach II diskutiert, während das Gebiet Adelsbach I nun erst anläuft. Viele Kommunen weisen derzeit neue Baugebiete aus. Wir finden, dass wir bei diesem Gebiet erst die konjunkturelle Entwicklung abwarten sollten, bis ein weiteres großes Baugebiet entsteht. Die derzeitige Immobilienblase kann schnell platzen und wir müssen für jede Situation gewappnet sein. Daher wünschen wir uns hier ein moderates und verantwortungsvolles Handeln, je nach Lage.

Meine Damen und Herren,

in den Haushaltsplanberatungen hat die CDU beantragt einen Gutschein für einen Kinderschwimmkurs an alle 5-Jährigen auszugeben. Macht 30.000 € mehr jedes Jahr, die wir nun im Haushalt finanzieren müssen. Eine nette Geste! Klar! Doch, ein kostenloser einwöchiger Kinderschwimmkurs macht noch lange keinen Schwimmer! Ist es nicht viel wichtiger, unsere Finanzen im Griff zu behalten und dafür zu sorgen, dass unser Wunnebad so ertüchtigt wird, dass endlich ein 25 – Meter- Indoor-Schwimmerbecken für Vereine, Schulen und Schwimmkurse zur Verfügung steht, damit Schwimmsport und –kurse in ausreichender Zahl stattfinden können? Daher unterstützen wir die Weiterentwicklung des Wunnebades hin zu einem technisch modernen Bad mit Trainingsmöglichkeiten für Schulen und Vereine, sowie für Menschen jeden Alters.

Ausdrücklich loben wir die angestoßenen Entwicklungen hin zu einer Bewerbung für die internationale Bauausstellung 2027 (IBA27) und einer möglichen Landesgartenschau (LGS 2032-2036). Ob die Stadt Winnenden den Zuschlag für eines oder sogar beide Projekte bekommen könnte, wird erst noch entschieden. Bereits jetzt schon wurden durch die im Vorfeld erstellte Machbarkeitsstudie Potenziale aufgezeigt, wie sich Winnenden in den kommenden Jahrzehnten weiterentwickeln könnte im Hinblick auf nachhaltiges Wirtschaften und Arbeiten, soziales und ökologisches Wohnen, neue Mobilitätsformen und Herausforderungen des Klimawandels. Diese Impulse sind zukunftsweisend und daher stehen wir in diesem Punkt uneingeschränkt hinter der Verwaltung und begleiten diese Schritte gewohnt konstruktiv-kritisch. Wichtig ist uns, dass es bei einem Zuschlag eine enge Zusammenarbeit zwischen der Bürgerschaft, den Vereinen, Kirchen, Unternehmen, Händlern, Gastronomen und Landwirten gibt. Denn nur durch eine frühe Beteiligung aller Akteure können diese Vorhaben gelingen.

Im Zusammenhang mit einer möglichen Landesgartenschau (LGS) bzw. internationalen Bauausstellung wird unser Bahnhof in den Mittelpunkt gerückt und zu einer Mobilitätsdrehscheibe werden. Im kommenden Haushalt stellen wir fast 1 Mio € für die Erneuerung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) ein. Wir hätten uns gewünscht, dass diese Maßnahme zunächst zurückgestellt wird und in eine Gesamtkonzeption mit einer möglichen LGS und IBA einfließt. Dies hätte sicherlich Synergieeffekte geschaffen, um den ÖPNV weiter auszubauen und mehr Park & Ride Plätze am Bahnhof zu schaffen.

Apropos, Beteiligung, die FDP-Fraktion wünscht sich dass Bürger, Vereine und Verbände in Themen, die sie betreffen, frühzeitig und konstruktiv mit eingebunden werden.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Fortschreibung des Sportstättenleitplanes. Hier haben die Winnender Sportvereine mit der Stadtverwaltung gemeinsam ein Konzept für die kommenden Jahre ausgearbeitet, wann welche Sportstätte saniert oder gebaut werden soll. Dieses Konzept ist sicher noch ausbaufähig, denn nicht alle Vereine saßen mit am Tisch. Gerade Sportarten, die nicht auf städtische Anlagen zurückgreifen können, haben oft einen hohen Aufwand ihre eigenen Sportstätten zu errichten, um ihre Sportart auszuüben. Aber der Prozess sich stärker untereinander zu vernetzen und auszutauschen, führt auf jeden Fall zu positiveren Ergebnissen. Wir sagen an dieser Stelle herzlichen Dank an alle Beteiligten für die geleistete Arbeit, das Herzblut und das unermüdliche Bohren bis es eine Lösung gab.

Umso unverständlicher ist uns, dass in Sachen Werbeanlagenkonzeption (hier geht es um die Vereinheitlichung von Schildern und Warenpräsentationen in der Innenstadt, um das Stadtbild durch einheitliche Leitlinien zu optimieren), nicht intensiv mit den Betroffenen Eigentümern, Händlern und dem Verband der Selbstständigen zusammengearbeitet wurde. Die bloße Kenntnisnahme von kritisch geäußerten schriftlichen Stellungnahmen führt nicht zu einem konstruktiven Dialog. Hier wünschen wir uns, dass rechtzeitig alle mitgenommen werden und die jeweilige Seite nicht als Gegner sondern als Partner verstanden wird, den es zu unterstützen gilt.

Meine Damen und Herren,

ein weiterer Schwerpunkt des Haushaltes 2020 ist die Digitalisierung und Verwaltung 4.0. Im Mittelpunkt einer Verwaltung sollte nicht das bürokratische Handeln stehen, sondern eine gute Kommunikation. Gerade eine Demokratie zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass die Verwaltung als Service Center für die Bürgerinnen und Bürger, die Handeltreibenden und Unternehmen dient.

Durch transparente Vorgänge, effizientes Handeln und Digitalisierungsprozesse kann dies erreicht werden. An dieser Stelle ein Dankeschön an die Verwaltung, die sich auf den Weg macht, diese Prozesse Schritt für Schritt zu gehen. Jedoch muss sich auch die Mentalität  – weg von einer verwaltenden hin zu einer serviceorientierten – entwickeln.

Ausdrücklich begrüßen wir die weitere Einrichtung von kostenlosem WLAN in den beiden Rathäusern sowie den drei Feuerwehrgerätehäusern.

Im Kommunalwahlkampf haben wir gefordert, die Innenstadt stärker zu beleben und zu attraktivieren. Vielen Dank, dass dieses Thema von der Verwaltung aufgegriffen wurde. Daher unterstützen wir konsequent „den Masterplan Innenstadt“, der sich um eine geeignete Stadtmöblierung, Aufwertung der Aufenthaltsqualität, Entrümpelung und Sauberkeit, sowie ein Beleuchtungskonzept kümmern soll. Gut finden wir, dass Möglichkeiten nach einem Innenstadtspielplatz sowie mehr Begrünung und Wasser(spiel)flächen gesucht werden.

Wichtig dabei ist uns nach wie vor ein Leerstandsmanagement, das sich aktiv um die Ansiedlung neuer Läden und Restaurants kümmert. Strategisch wichtige bzw. historische Gebäude sollten von der Stadt aufgekauft werden, um die weitere Entwicklung der Stadt besser steuern zu können.

Zu einem „Masterplan Innenstadt“ gehört für uns auch ein Parkleitsystem, dass Suchverkehr vermeiden soll. Sowie das Bereitstellen von ausreichend Parkplätzen (gerne auch bewirtschaftet) vor allem im Bereich der unteren Markstraße.

Es ist eine Mär, dass aufgrund der Mobilitätswende alle Menschen mit Bus und (Draht-)esel in die Innenstadt kommen. Der Ausbau des ÖPNVs hinkt den Wunschvorstellungen mancher Bürger weit hinter her und nicht jeder ist fit und agil und kann alles mit dem Rad erledigen. Wer krank zum Arzt muss, in der Mobilität eingeschränkt ist und größere Einkäufe erledigen möchte oder aus den umliegenden Dörfern und Gemeinden zu uns kommt, wird auch weiterhin mit dem Auto in die Innenstadt fahren müssen. Auch wenn es zukünftig vielleicht ein Elektroauto oder ein Auto mit alternativen Antrieben wie Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen sein wird. Neue Baugebiete und damit mehr Einwohner werden auch zu mehr Verkehr führen. Einfach keine Parkplätze zur Verfügung zu stellen, ist also keine Lösung. Im Gegenteil:  Auf diese Herausforderungen brauchen wir neue Antworten und zwar schnell bevor Kunden in umliegende Städte ausweichen und die Umsätze im Winnender Handel zurück gehen.

Etwas an der Nase herumgeführt fühlten wir uns als wir im Haushaltsplan 2020 vergeblich nach den Maßnahmen zur Sanierung der Nebenstraßen und Erneuerung des Belags der Seitenstraßen der Marktstraße gesucht haben. Den Bürgern und uns Gemeinderäten wurde seit Jahren versprochen, dass diese Maßnahme gleich nach den Heimattagen angegangen wird. Die Heimattage sind nun zu Ende und so war für uns die logische Schlussfolgerung, dass 2020 mit den Belagserneuerungen begonnen wird. In den Beratungen zum Haushalt wurde uns auf Nachfrage mitgeteilt, dass keine personellen und finanziellen Kapazitäten zur Verfügung stehen. Wir hätten uns jedoch gewünscht, dass gerade die Gesundheitsstadt Winnenden auch die Seitenstraßen für Seh- und Gehbehinderte, sowie Senioren und Eltern mit Kinderwägen oder andere Menschen, die in der Mobilität eingeschränkt sind, zügig saniert und behindertengerechter gestaltet. Die sozialen Einrichtungen in unserer Stadt und die Betroffenen hätten einen echten Mehrwert davon.

Meine Damen und Herren,

lobenswert ist, dass die Stadt Winnenden in 2020 auch weiterhin einen Schwerpunkt auf Bildung, Betreuung und Soziales setzt. Zu erwähnen sind hier der Neubau der Kinderhäuser Körnle II, Höfen II, sowie zukünftig Adelsbach und Koppelesbach. Außerdem wird in die Medienausstattung verschiedener Schulen investiert, sowie in die Erweiterung, den Umbau oder die Sanierung beispielsweise des Lessing-Gymnasiums oder der Kastenschule. Dies sehen wir als Investitionen in die Zukunft!

Gut finden wir auch, dass die Stadt Winnenden die Entwicklung einer städtischen App andenkt, um eine weitere Vernetzung und einen Service für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.

Wir freuen uns auch, dass die Stadt Winnenden einen Landeszuschuss für die Einrichtung eines virtuellen Stadtmuseums erhalten wird. Dies ist ein wichtiger erster Baustein hin zu einem begehbaren und erlebbaren Stadtmuseum. Der Initiative Stadtmuseum sowie dem Stadtarchiv sei an dieser Stelle herzlich gedankt für Ihren großartigen Einsatz zur Heimatpflege.

Meine Damen und Herren,

der Haushalt 2020 enthält viele positive Impulse zum Wohle unserer Stadt. Schulden zu machen ist per se nichts Negatives, wenn man die Kredite bedienen kann und sie für Investitionen in die Zukunft verwendet werden. Daher stimmen wir der Haushaltssatzung und dem Haushaltsplan der Stadt Winnenden für das kommende Haushaltsjahr 2020 zu.

Nicht mittragen können wir jedoch – wie bereits erwähnt – die mittelfristige Finanzplanung, die eine rechnerische Steuererhöhung der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer vorsieht.

Darüberhinaus halten wir den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs „Stadtbau Winnenden“ sowie den dazugehörigen Finanzplan der „Stadtbau“ aus den oben genannten Gründen für grundlegend falsch und lehnen diesen ab!

Auch wenn wir manchmal anderer Auffassung sind und hart in einer Sache streiten, umso mehr schätzen wir den persönlich vertrauensvollen und fairen Umgang untereinander. In einer Demokratie sollten Positionen kontrovers diskutiert und gegebenenfalls auch abgelehnt werden, niemals aber die Personen, die dahinter stehen.

In diesem Sinne bedanke ich mich ganz herzlich bei der Verwaltungsspitze, bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und bei meinen Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat für die gute und fruchtbare Zusammenarbeit. Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und Gottes Segen. Auf gute erfolgreiche 20er Jahre!

FDP OV Winnenden & Berglen besucht Reutlingen

Die Gruppe vor den Toren der Hochschule Reutlingen University, ganz links Prof. Helmut Haussmann; von rechts Prof. Stephan Seiter und Prof. Dr. Eugen Wendler

Mitglieder und Freunde der FDP Winnenden & Berglen  besuchten am 9. November auf Einladung von Prof. Stephan Seiter die European Business School in Reutlingen. Die international renommierte Hochschule bietet attraktive Studiengänge im Zusammenspiel mit einer Vielzahl von Partnerinstituten in aller Welt und namhaften Sponsoren aus der Wirtschaft. Im Rahmen des Besuchs gab es Gelegenheit zu einem Gespräch mit Prof. Dr. Helmut Hausmann, Bundeswirtschaftsminister a. D. und Zeitzeuge der Wende, der die Hintergründe und Optionen der damaligen volkswirtschaftlichen Weichenstellungen aus erster Hand  erläutern konnte. Durch das Reutlinger Heimatmuseum wurde die Gruppe von Prof. Dr. Eugen Wendler geführt, einem ausgewiesenen Kenner des in Reutlingen geborenen Wirtschaftstheoretikers und Eisenbahnpioniers Friedrich List, der im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle für die Entwicklung des deutschen Liberalismus spielte. Ein Abendessen mit Andreas Glück, der über seine ersten Monate als Abgeordneter der FDP im Europaparlament berichtete, rundete den Ausflug ab.

Historischer Stadtrundgang mit Diethard Fohr

Das Wetter war nicht optimal aber trotzdem fanden sich am Freitag (26. April) viele Kandidaten für den Gemeinderat sowie Freunde und Gäste der FDP Winnenden beim Marktbrunnen ein, um mehr über die Geschichte ihrer Stadt zu erfahren.

Diethard Fohr hatte den Rundgang organisiert und führte die Gruppe faktenreich auf dem Rundgang zu historischen Stellen in der Stadt. Kompetent unterstützt wurde er durch den Zeitzeugen Martin Fischer, der über einen scheinbar unerschöpflichen Fundus von Anekdoten aus der Nachkriegszeit verfügt. Auch die katholische Kirche gehörte als herausragendes Beispiel der jüngeren Baugeschichte von Winnenden zu den Anlaufpunkten. Kirchengemeinderat Rupert Kern erläuterte mit großem Engagement Historie und bauliche Besonderheiten des von Siegfried Steiger gestalteten Bauwerks. Der Rundgang fand seinen Abschluss im Heimatmuseum und in der Gaststube des Torturms. Dort gab es zu Bier, Most und Hefezopf einen wunderschönen Sonnenuntergang über der Stadt. Auch für viele eingesessene Teilnehmer brachte der Rundgang die eine oder andere interessante neue Erkenntnis über ihre Heimatstadt. Schön war’s!

Fotos: Dr. Jürgen Hägele und Thomas Pflug

Nicole Steiger beim VdS Unternehmerfrühstück

Nicole Steiger

Am 18. April war Nicole Steiger, Fraktionsvorsitzende der FDP im Gemeinderat von Winnenden, zu Gast beim VdS Unternehmerfrühstück. In ihrem Eröffnungsvortrag erläuterte sie die Schwerpunkte, welche die FDP im neuen Gemeinderat setzen will.

Auch bei den für den Wirtschaftsstandort Winnenden wichtigen Themen Digitalisierung, Effizienz der Verwaltung und Bildung stieß Nicole Steiger auf positive Resonanz.

In der anschließenden Diskussion gehörten der soziale Wohnungsbau und die Verbesserung der Parkplatzsituation in Winnenden zu den Hauptthemen. Dass gerade im Wohnungsbau die Stadt nicht der bessere Unternehmer sein kann und dass man sich dringend für die Verbesserung des Parkplatzangebotes einsetzen muss, um die Attraktivität der Innenstadt zu erhalten, fand breite Zustimmung bei den Unternehmern.

Fotos: Hans-Martin Fischer, Foto-Video-Fischer

Prof. Dr. Stephan Seiter als Gast beim VdS Winnenden zum Thema “Europa, ein Kontinent der Chancen”

Am 11. April war Prof. Dr. Stephan Seiter zu Gast beim traditionellen Unternehmerfrühstück des VdS Winnenden. Der Kandidat für die Europawahl des FDP Kreisverbands Rems-Murr und des FDP Bezirks Stuttgart sprach über seine Motivation, sich für die Europäische Union einzusetzen und die Zielsetzungen, die er dabei verfolgt. In der anschließenden Diskussion mit den Unternehmern hob er aber auch die Herausforderungen und den Reformbedarf der EU deutlich hervor.

Nominierung der FDP Kandidaten für den Gemeinderat in Winnenden

Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat von links nach rechts: Dr. Horst Mehl, Reinhold Müller, Chris-Robert Berendt, Gerald Leitinger, Tanja Ungar, Robin Benz, Briska Wahlenmaier, Marian Finkbeiner, Jens Attumalil, Marco Kelch, Nadine Kögel, Nicole Kim Steiger, Andreas Schulz, Dr. Jürgen Hägele, Thomas Pflug, Susanne Hägele, Annette Menschel, Martina Jenner, Hans-Martin Fischer, Noah Schäftlmeier, Jutta Brändle, Friedrich-Wilhelm Munz, Michael Tiede und Diethard Fohr (Foto: Hans-Martin Fischer)

Unter dem Motto „Wir denken Winnenden neu“ haben sich am 20. Februar 2019 Freie Demokraten und liberale Freunde im Restaurant Felice getroffen, um die Kandidatinnen und Kandidaten der FDP für die Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 zu nominieren. Die Versammlungsleitung übernahm Hartfried Wolff MdB a. D.  und Spitzenkandidat der FDP für die Regionalversammlung. In einem kurzweiligen Impulsvortrag zum Thema „Chancen und Möglichkeiten der politischen Entscheidungsfindung“ ermutigte er die Kandidatinnen und Kandidaten, neue Möglichkeiten zu denken und diese aktiv voranzutreiben. „Sie stehen nun mit ihrem Gesicht  für die Demokratie“, so Wolff. „FDP heißt Freiheit des Einzelnen und Verantwortung für die Gemeinschaft auf Basis der Menschenwürde. Das leitet jeden Freien Demokraten.“

Für die FDP-Gemeinderatsliste konnten 26 interessante Winnender Persönlichkeiten gewonnen werden, die eine Vielzahl von Kompetenzen mitbringen. „So eine starke FDP-Liste gab es in Winnenden noch nie“, lobte Hartfried Wolff. Schon bei der Vorstellung der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten kam Engagement und Tatkraft zum Ausdruck.

„Wir freuen uns sehr, dass sich wieder mehr Bewerber für eine Kandidatur auf der FDP-Liste interessiert haben, als Plätze vorhanden sind. Das zeigt auch, dass die Arbeit der FDP-Fraktion in Winnenden von vielen Bürgerinnen und Bürgern geschätzt wird“, so Nicole Steiger, FDP-Fraktionsvorsitzende.

„Bei dieser Wahl wollten wir besonders auch jungen Leuten eine Chance geben, sich kommunalpolitisch zu engagieren und ihre neuen Denkansätze in die Gemeinderatsarbeit einfließen zu lassen,“ so Steiger weiter. Daher wurde ein Drittel der Liste mit Menschen aus der Altersgruppe der 18- bis 34jährigen besetzt. Vom jugendlichen Leichtsinn – der jüngste Kandidat ist noch keine 18 Jahre – bis zur geballten Lebenserfahrung – der älteste Kandidat ist ein frisch promovierter 76 Jähriger, spannt die Liste einen weiten Bogen. In jedem Fall wird die neue FDP-Fraktion frischen Wind in die Ratsarbeit bringen und neue kreative Wege beschreiten.

Auf der einstimmig beschlossenen Liste gibt es insgesamt 17 männliche Kandidaten und 9 weibliche Kandidatinnen. Zwei Personen wurden zusätzlich als Ersatzbewerber ernannt.

Es wurden gewählt:

1. Nicole Kim Steiger, Realschullehrerin/ Bankkauffrau; 2. Dr. Jürgen Hägele, Augenarzt; 3. Robin Benz, Steuerfachangestellter; 4. Hans-Martin Fischer, Dipl.Ing. Medientechnik; 5. Nadine Kögel, Wirtschaftsingenieurin; 6. Diethard Fohr, Dipl. Ingenieur; 7. Martina Jenner, Europasekretärin; 8. Marco Kelch, Dipl. Verwaltungswirt; 9. Jutta Brändle, Friseurmeisterin; 10. Thomas Pflug, Diplom-Wirtschaftsingenieur; 11. Tanja Ungar, Weinbetriebswirtin; 12. Noah Schäftlmeier, Abiturient; 13. Briska Wahlenmaier, Abiturientin; 14. Thorsten Fossler, Student, 15. Reinhold Müller, Freier Architekt; 16. Annette Menschel, kfm. Angestellte; 17. Dr. Horst Mehl, Dipl. Ing., Unternehmer; 18. Chris-Robert Berendt, Gymnasiallehrer; 19. Michael Tiede, Industriemechaniker; 20. Susanne Hägele, Lehrerin, Praxismanagerin; 21. Gerald Leitinger, Architekt, Projektentwickler; 22. Friedrich-Wilhelm Munz, Ingenieur i.R.; 23. Jens Attumalil, Manager IT; 24. Jana Falk, Projektassistentin; 25. Marian Finkbeiner, Student Duale Hochschule; 26. Andreas Schulz, Dipl. Wirtschaftsingenieur; Ersatzbewerber: Stilian Boiadjiev, Bankangestellter; Julian Krohm, Projektleiter

Stellungnahme der FDP-Fraktion zum Haushalt 2019

vorgetragen von Nicole Kim Steiger
(es gilt das gesprochene Wort)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Holzwarth,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Sailer,
sehr geehrter Herr Haas,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

Winnenden ist eine sich weiterentwickelnde Stadt, in der es sich im Allgemeinen gut leben lässt und die wirtschaftlich und finanziell hervorragend aufgestellt ist! Rekordsteuereinnahmen sprudeln in die Haushaltskasse und lassen Begehrlichkeit in unterschiedlichen Bereichen aufkommen. Die zu erwartende steigende Bevölkerung in Richtung der wichtigen 30.000 der Marke lässt Winnenden an Bedeutung gewinnen, nicht nur im Rems-Murr-Kreis. Weltmarkführer wie z.B. Kärcher, international agierende Unternehmen, lokal verwurzelte Geschäfte und das Image der Gesundheitsstadt, getragen durch das Rems-Murr-Klinikum und der Paulinenpflege, geben unserer Stadt Profil und Rückhalt, die eine prosperierende Kommune braucht. Aufgrund der Eckdaten macht die Stadt Winnenden, allen voran die Verwaltungsspitze vieles richtig.
Aufgabe eines Gemeinderates ist es jedoch, so unsere Auffassung, die Stadtverwaltung konstruktiv-kritisch zu begleiten und Themen auch zu hinterfragen und mit der Brille der Bürgerschaft zu sehen. So erkennen wir als FDP-Fraktion einige Dinge, die unseres Erachtens noch Optimierungsbedarf haben bzw. Themen, bei denen die Weichen nach unserer Auffassung nicht richtig für die Zukunft gestellt werden. Im Folgenden möchte ich nun einige Punkte davon nennen:

Ab dem Jahr 2022 plant die Stadtverwaltung eine Grundsteuer- und Gewerbesteuererhöhung. Bei der derzeitigen Finanzlage sehen wir als FDP-Fraktion keinen Grund, die Bürger und Unternehmen stärker zu belasten und werden nach aktuellem Stand eine Steuererhöhung nicht mittragen. Statt Steuern zu erhöhen wünschen wir uns eine Überprüfung der Ausgaben.

Die gute Haushaltslage lässt auch Spielraum für Investitionen beispielweise im Bereich Bildung. Daher unterstützen wird die geplanten Investitionen in die Digitalisierung aller Winnender Schulen. Dass dies jedoch bis 2025 dauern soll, ist für uns unverständlich. Um die Schulen fit zu machen im Wettbewerb einer globalisierten Welt, müsste im Bildungsbereich viel stärker und vor allem schneller gehandelt werden. Schade, dass unser Antrag, die Digitalisierung der Schulen zu beschleunigen und schon 2022 damit fertig zu sein, von den Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat sowie von der Stadtverwaltung abgelehnt wurde.
Die Stadt wird eine zentrale Telefonanlage für alle Schulen einrichten, dafür behält sie 4% für nicht mehr anfallende Telefonkosten aus den Schulbudgets zurück. Unseren Antrag, diese 4% im Schulbudget der einzelnen Schulen zu belassen, damit Schulen mehr Geld zur Verfügung haben, um in die junge Generation zu investieren, wurde leider ebenfalls abgelehnt. Traurig, denn Deutschland hat keine Rohstoffe und kann nur durch kluge Köpfe, die in Forschung und Bildung vorangehen, erfolgreich sein. Daher sollten wir alles uns mögliche tun, um unsere Schulen und damit unsere Kinder fit zu machen, damit sie sich auch zukünftig behaupten können in dieser sich rasant entwickelnden Welt.
Selbst zwischen Bund und Länder gibt es Streit darüber, ob durch eine finanzielle Unterstützung der Länder und Kommunen vielleicht der Föderalismus ausgehebelt werden könnte. Als Eltern kann man das alles nur kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen, während Investitionen weiter verzögert werden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, liebe Lehrerinnen und Lehrer, lieber Betreuerinnen und Betreuer, sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, die Sie jeden Tag mit neuen Herausforderungen zu kämpfen haben und mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen versuchen, dass Beste für unsere Kinder herauszuholen.

Hellhörig werden wir, wenn eine Schulgemeinschaft sich auf den Weg macht Ganztagsschule zu werden, die Elternschaft aber teilweise massive Bedenken hat oder sich eine andere Schulform für ihr Kind wünscht. Die FDP-Fraktion steht für Wahlfreiheit der Eltern, ob sie ihr Kind in eine Ganztagsschule oder in eine klassische Schule mit individuellem Betreuungsangebot schicken möchten. Familien sind unterschiedlich und haben auch unterschiedliche Bedürfnisse. Dem muss eine moderne Stadt gerecht werden, indem sie differenzierte Angebote bietet. Dies kann nur in enger Absprache der Schulgemeinschaften erfolgen, also wenn Lehrer, Eltern, Schüler und Verwaltung Hand in Hand gehen und eine gute Kommunikation pflegen. Ja, der Bedarf an Ganztagsgrundschulen ist zunehmend da. Aber wir wünschen uns ein Konzept, das klärt, wie viele und wo verschiedene Standorte und Bedarfe sein können. Dazu müssen auch die Eltern von Kindergartenkindern mit einbezogen werden, die es in der Zukunft hauptsächlich betreffen wird. In eine solche Konzeption gehört auch die Frage nach einem entsprechenden Essensangebot, Stichwort Mensa.

Im kommenden Jahr soll der Sportstättenleitplan fortgeschrieben werden. Viele Sportvereine stehen vor großen Herausforderungen, was den Nachwuchs angeht oder die Trainingsbedingungen; aber auch ehrenamtliche Trainer sind leider immer mehr Mangelware. Wir wünschen uns eine intelligente Sportförderung, die alle Vereine im Blick hat und Synergieeffekte nutzt, so dass es möglich wird, sportliche Talente besser zu erkennen und zu fördern, so wie das Ehrenamt zu stärken. Andere Kommunen sind mit speziellen Förderkonzepten erfolgreich. Ein Blick darauf lohnt sich. Auch im Sportbereich gilt es, gut zu zuhören, was die jeweiligen Bedürfnisse sind. Durch kluge Vernetzung können Vereine sich gegenseitig unterstützen. Wir möchten gerne konstruktiv an diesem Prozess mitwirken.

In weiterer Punkt, der einem beim Haushalt 2019 auffällt, sind die stetig steigenden Personalkosten der Stadt Winnenden. Bei näheren Hinschauen erkennt man, dass auf der einen Seite durch den Ausbau der Kinderbetreuung die Personalkosten für Erzieherinnen und Erzieher in Kindertageseinrichtungen steigen, was ganz normal ist. Auf der anderen Seite steigen die Aufgaben in der Kernverwaltung beispielsweise im Bereich des Standesamtes durch die Beurkundungen von Geburten und Sterbefälle (durch das RMK geschuldet) oder im Bereich Ausländerwesen, so dass Neueinstellungen nötig sind. Gleichzeitig hören wir jedoch auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die viele Überstunden haben und teilweise über ihre Belastungsgrenze hinausgehen. Hier wäre eine gesunde Balance wünschenswert. Daher möchten wir die Stadtverwaltung bestärken, regelmäßig zu prüfen, wie und in welcher Weise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgelastet sind. Sinnvoll ist es, den Gemeinderat frühzeitig auf Entwicklungen hinzuweisen.

Daher haben wir auch gerne im Bereich Bauamt und Stadtentwicklungsamt neue Stellen bewilligt, um Bauanträge zügiger zu bearbeiten.

Wenn wir gerade beim Thema Stadtentwicklung sind. Hier fehlt uns eine in die Zukunft gerichtete Agenda, was, wann und zu welcher Zeit wie entwickelt werden soll. Wo steht Winnenden 2040, 2050? Welches Entwicklungspotential hat die Stadt? Wo können weitere Gewerbegebiete entstehen? Was machen wir, wenn die zu Verfügung stehenden Baugebiete immer knapper werden bei steigender Bevölkerungszahl usw. Da brauchen wir dringend Antworten!

Ähnliche Fragen stellen sich auch im Bereich der Wirtschaftsförderung. Was passiert mit Leerständen in der Innenstadt? Welche Branchen werden in Winnenden gebraucht und können zusätzlich angeworben werden? Leerstände werten die Attraktivität einer Stadt ab, gehen oft mit Vermüllung einher und mindern die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Das kann eine Große Kreisstadt nicht wollen. Da wünschen wir uns ein schnelleres und beherzteres Vorgehen.
Wir würden es auch sehr begrüßen, wenn die Stadtverwaltung strategisch wichtige Objekte in der Innenstadt gezielt aufkauft, um die Stadtentwicklung zu steuern. Hier sollte mehr perspektivisch gedacht werden. Das setzt natürlich ein entsprechendes Stadtentwicklungskonzept voraus.

Meine Damen und Herren,

Um die Innenstadt schöner zu gestalten hat die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit einem Fachbüro die sogenannte Werbeanlagenkonzeption entwickelt. Damit die Attraktivität der Innenstadt gesteigert wird, ist das bürokratische Monstrum „Werbeanlagenkonzeption“ unserer Meinung nach nicht geeignet! Daher kann die FDP-Fraktion mit der jetzt vorgestellten Konzeption nicht mitgehen. Ja, wir wollen unsere Innenstadt attraktiver gestalten. Ja, wir wollen einem Trading-Down-Effekt, also eine Abwertung besonders der unteren Marktstraße durch eine Überhäufung von Werbeaufstellern und nicht nachvollziehbaren Schaufensterbeklebungen verhindern. Aber durch die jetzt vorliegende Werbeanlagenkonzeption, die jedes Schild, jeden Aufsteller bis hin zur Zentimeterabmessung von Buchstaben – eben alles bis ins kleinste Detail regeln will, dadurch wird der Handel in Winnenden unseres Erachtens nicht gestärkt, sondern eher massiv gegängelt! Hier muss dringend die Kommunikation verbessert werden, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, so dass sowohl der Handel gedeihen kann, als auch Mieter, Eigentümer und Gastronomen sich gegenseitig befruchten.

Hier wäre es auch wichtig, wenn die Stadtverwaltung den Wünschen der Händler schneller nachkommen würde und dafür sorgt, dass z.B. übervolle Müllereimer geleert und zusätzliche Mülleimer aufgestellt werden, damit Sauberkeit in der Innenstadt herrscht. Unschön sind auch die vielen Kaugummis, die auf den Straßen kleben oder Zigarettenstummel, die den Weg in einen Entsorgungsbehälter nicht finden können.

Viele Bürger wünschen sich auch ein kulinarisch vielfältigeres Angebot in Winnenden. Damit es auch abends mehr Leben in der Innenstadt gibt. Die private Initiative „Kunsttreff“ versucht im Sommer genau das, was wunderbar funktioniert. Wenn Handel, Gastronomie, Vereine und Initiativen mit der Stadtverwaltung gemeinsam an einem Strang ziehen, kann Großartiges entstehen, was in jedem Jahr auch der City Treff unter Beweis stellt.

Durch die Entwicklungen am Kronenplatz und Holzmarkt – die wir ausdrücklich unterstützen – fallen Parkplätze weg. Desweiteren wird in der Robert-Böhringer-Straße und gegenüber dem Jugendhaus innenstädtischer Parkraum durch den Sozialwohnungsbau verschwinden. In diesem Zusammenhang muss die Stadtverwaltung prüfen, ob noch genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. Hier erwarten wir gespannt, das Parkraumkonzept der Stadt im kommenden Jahr.

Optimierungsbedarf gibt es sicherlich auch noch beim Thema Bürgerservice. Durch die Digitalisierung soll die Kommune kundenfreundlicher und bürgernäher werden. Außerdem soll sie schnelleren und direkteren Service für die Bürgerschaft anbieten. Die Baltikstaaten machen vor, wie das richtig geht. Auch hier muss Deutschland insgesamt dringend einen Zahn zulegen. Daher begrüßen wir es ausdrücklich, dass sich Winnenden jetzt auf den Weg macht, eine Digitalisierungsstrategie für die Stadt Winnenden im Bereich Verwaltung, Bildung und Betreuung aber auch in der Infrastruktur allgemein zu entwickeln.
Aber auch im ganz klassischen Bereich – also „Face to Face“ gibt es unserer Ansicht nach weitere Gestaltungsmöglichkeiten. Öffnungszeiten der Kernverwaltung müssten mit der Bürgerservicestelle koordiniert sein, um für die Bürger eine bessere Nachvollziehbarkeit zu haben, wann welche Dinge im Rathaus erledigt werden können. Dazu gehört auch, dass Ämter personell so besetzt sein müssen, dass Bürgerinnen und Bürger zu üblichen Bürozeiten auch Kontakt mit Ihnen aufnehmen können, sei es persönlich oder telefonisch. Die FDP-Fraktion steht auch einer Flexibilisierung der Öffnungszeiten beispielsweise an einem Samstagvormittag offen gegenüber.

Meine Damen und Herren,

wie gerade in vielen Städten und Gemeinden der Fall, finden Menschen derzeit keinen bezahlbaren Wohnraum. Eine Kommune muss sich darum kümmern, dass ihre Bürgerinnen und Bürger im Notfall nicht auf der Straße stehen, dass Menschen Wohnraum zu mieten finden, der von ihrem Gehalt finanzierbar ist oder das Bürger die Möglichkeit haben sogar selbst Eigentum zu erwerben. Über die Art und Weise wie dies gelingen kann, wurde in den letzten Monaten heftig gestritten und diskutiert. Die jetzt vorliegende Handlungsorientierung soziales Wohnen, kurz „HasoWo“, wird unserer Meinung nach diesem Auftrag in keiner Weise gerecht. Zur Erklärung: Die Stadt Winnenden hat eine städtische Firma gegründet, die Eigenbetrieb Stadtbau. Diese hat zum Zweck, sozialen Wohnraum zu schaffen. So weit, hört sich das ganze vernünftig an. In der Realität ist die Stadt aber nicht der bessere Unternehmer und schafft es daher nicht günstig sozialen Wohnraum zu schaffen. Ganz im Gegenteil, da der Markt im Baugewerbe geradezu überhitzt ist und die Stadt Vergaberichtlinien an Handwerker einhalten muss, die teilweise sehr bürokratisch sind, sowie keine guten Preise und Konditionen bekommt, da sie ja nur ab und zu etwas baut und kein Unternehmen ist, das gut verhandelte Verträge mit langjährigen zuverlässigen Partnern hat, daher kann die Stadtbau nur sehr teuer bauen – viel zu teuer und das mit Steuergeldern. Das ist in unseren Augen schlicht weg Steuerverschwendung und hilft keinem Mieter, dass er bezahlbaren Wohnraum findet. Ganz im Gegenteil – es fördert sozialen Unfrieden.
Der Schlüssel für bezahlbaren Wohnraum für alle Schichten kann nur sein, dass wir Verfahren beschleunigen und schneller und kostengünstiger Bauen. Und da wir nicht unbegrenzt Bauplätze zur Verfügung haben, muss effizienter und kompakter gebaut werden ohne lästige Verordnungen wie Kinderwagenabstellplätze usw. Übrigens ist eine strenge Auslegung des Brandschutzes auch nicht gerade hilfreich, um das Bauen günstiger zu machen.
Wenn wir für die Planung und Entwicklung für das Baugebiet Adelsbach fast 10 Jahre brauchen, dann ist das einfach viel zu lange!
Das jetzt beschlossene HasoWo zwingt Bauträger 20% sozialen Wohnraum in jedem neuen Wohnprojekt zu schaffen. Das hört sich theoretisch prima an. Oder es gibt die Möglichkeit „sich frei zukaufen“ und Geld an dieses städtisches Unternehmen Stadtbau zu bezahlen, dass Sozialwohnungen dann für deutlich über 5000€/ qm baut. In der Praxis werden die Mehrkosten fürs „Freikaufen“ oder die Mindereinnahmen für die günstigeren Sozialwohnungen in einem Haus auf die Käufer der neuen Wohnungen umgelegt, sprich : „ wer sich jetzt Eigenheim leistet, weil er privat vorsorgen will oder kaufen muss, weil er nichts Passendes zu mieten findet, der ist der Dumme und zahlt mit seinem ersparten Geld, vielfach auch mit Darlehen finanziert, eine Eigentumswohnung und finanziert damit den viel zu überteuerten Sozialwohnungsbau der Stadt!
Ist das gerecht? Wir sagen: Nein!
Lassen wir doch die Bauunternehmer und Baugenossenschaften ihr Handwerk machen und günstig viele Wohnungen bauen. Jeder weiß, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Steigt das Angebot, sinkt der Preis und umgekehrt. Dazu muss die Stadt verbilligte Grundstücke zur Verfügung stellen und Verfahren beschleunigen sowie (Nach-)verdichtungen zulassen. Das ist die kostengünstigste und effektivste Möglichkeit schnell für Entlastung auf dem Wohnungsmarkt zu sorgen. Schade, dass es dafür keine Mehrheit im Gemeinderat gibt. Diejenigen die dringend eine bezahlbare Wohnung suchen, sind die Leidtragenden! Und das Geld, das in der Stadtbau verschleudert wird, könnte man an anderer Stelle sinnvoller einsetzen.

Nun zu erfreulicheren Themen:
Ausdrücklich unterstützen wir den Beitritt der Stadt zum Zweckverband „Breitbandausbau Rems-Murr“ mit dem Ziel, den Breitbandausbau für Gewerbe und Bürger flächendeckend voranzubringen. Bis 2020 sollen unterversorgte Gebiete schnelles Internet erhalten. Alle Unternehmensstandorte und fast alle Privathaushalte werden bis spätestens 2030 mit Glasfaser angebunden. Unsere Region soll als erste im Bundesgebiet zur „5G“-Region werden. Unseres Erachtens ein wichtiger Standortfaktor. Für die FDP-Fraktion gehört auch die Versorgung mit WLAN an zentralen Plätzen der Stadt und den Teilorten dazu, z.B. Volkshochschule, Freibäder, Theodor-Heuss-Platz usw.

Aber nicht nur der Blick in die Zukunft muss uns wichtig sein, sondern auch die Rückschau in die Vergangenheit. Wie kann die Bewahrung von Stadtgeschichte gelingen, die einzelne Bürger im Laufe ihres Lebens angesammelt haben? Wie bewahren wir uns die Erinnerung an bestimmte Winnender Ereignisse, bei denen es Zeitzeugen gibt, die (noch) am Leben sind und ihren Beitrag zur Erinnerungskultur leisten können und möchten. Dazu gibt es viele Ideen wie beispielsweise ein virtuelles Museum, Ausstellungsräume, Archivierung von Heimatschätzen und Stadtgeschichte und vieles mehr. Schön, dass engagierte Bürger sich diesem Thema widmen und gerade erörtern, wie eine Rückschau optimal gelingen kann.

Ja, meine Damen und Herren,
2019 steht Winnenden ganz im Zeichen der Feste und des Feierns. Ein Ereignis und Jubiläum folgt dem nächsten. Angefangen von den Konzerttagen über die Heimattage und verschiedene Jubiläen. 2019 wird ein rauschendes Fest, das wir dankbar und mit vollem Einsatz begehen dürfen.

Hier zeigt sich wieder, dass die Stärke Winnendens ihre Bürgerinnen und Bürger sind, die sich vielfältig in verschiedenen Vereinen, Kirchen und Initiativen ehrenamtlich engagieren und damit maßgeblich zum Wohl und Wohlfühlfaktor dieser Stadt in herausragender Weise beitragen. Herzlichen Dank dafür.

Meine Damen und Herren, Sie sehen, viele Zahnräder müssen ineinander greifen, damit unser Zusammenleben gelingt. Wir sind bereit unseren Teil dazu beizutragen.
Die FDP-Fraktion arbeitet gerne für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in Winnenden. Wir sichern Ihnen auch im kommenden Jahr zu, unsere Stadtverwaltung konstruktiv-kritisch zu begleiten im Hinblick auf eine moderne und zukunftsfähige Stadt, in der man gerne und gut leben kann, egal welcher sozialen Schicht, welchen Alters, welchen Geschlechts, welcher Hautfarbe oder welcher Religion man angehört.

In diesem Sinne bedanke ich mich bei der Stadtverwaltung und meinen Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wenn wir auch manchmal in der Sache streiten und um gute Wege ringen, so schätze ich umso mehr den persönlich guten Umgang miteinander. Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes und erfolgreiches neues Jahr.